Poetry meets Music
Wir haben Gedichte von Georg Heinzelmann vertont – hier können Sie ein paar Beispiele hören mit Georg Heinzelmann als Sprecher und Musik von und mit der Ulmer Jazz-Swing Combo.
Wir danken herzlich Herrn Oliver Schwarz und Radio Fips (Göppingen) für die hervorragenden Studioaufnahmen.
Ausverkauft
Da kommen die Scharen
Drücken die Türen
Drängeln in Schlangen
Vor Kassen und Bangen
Um Plätze und Karten
Schieben zu Sitzen
Transpirieren und Schwitzen
Nehmen dann Platz und verharren
Freudig gespannt
Ausverkauft war es zwar nicht
Die Reihen übersichtlich und licht
Auch stand niemand an
Aber was soll`s
Fangen wir an.
Bretonische Tage

Hier ist es so schön,
Musst nichts anderes sehn.
Der Hafen, die Stadt,
Ich seh mich nicht satt.
Ein Fest,
Kann jeden Tag feiern,
Mit Wein, Austern.
Zum Frühstück Eier
– ja, krieg ich zuhause auch
Mit Sole, und Brasse
Mit Tart de Breton
Welch Wonne.
Kehr ich dann heim,
Gepäck voller Wein,
Der Gürtel weiter, leider …
Das waren Tage … Gibts noch Fragen?
Fischer
Metallen glockenhell
Schlagen Leinen Masten
Knarrend reiben Rumpf an Steg
Wellen gleiten lautlos über Leitern
Klagen, kreischen Möwen
Heben platschend sich aus Flut.
Lecken Wasser Rümpfe, Seile
Heben, schaukeln wiegen
Meiste Boote hier verweilen
Angesagt ist Sturm und Not
Fischer draußen
Fische schneller
Fülle Netze, Reusen
Weit ist noch die Fahrt zum Hafen:
Warte warte Sturm.
Oh wie gut sind diese Gründe
Voll und trächtig Netze Körbe
Hier jetzt und heute
Ist mein Glück
Wutgewölk türmt höher
Böe drückt und Böe zieht
Sonn verbirgt sich
Schließt den Vorhang
Schwarz rundum
Warte Sturm
So brüllt der Fischer,
Mehr und mehr
Die Wanten zittern
Brüllt der Sturm
Ich, komme komme
Türmend steigt auf Woges Spitze
Gicht sie jubelt ich bin Stärke
Fischer hält an Ernte fest
Glitschig Leib an Leiber füllen
Körbe Wannen,
Jetzt erst recht.
Unter dieser Unbill Last
Biegen Wanten
Fischer dort die Woge
Sie betrügt
Der Fang ist fort
Und gerissen Netze
Und geborsten Mast
Und das Meer
Füllt Rumpf
Über bordend.
Fischer, bist du?
Fischer warst Du?
Treibst mit Fang?
… und vom Hafen blicken Fischer,
Übers tosend Meer
Treibt dort einer, etwas?
Da kieloben?
Klagen Frauen, kreischen
Knarrend Lied der wiegend Barken
Glocken läuten: Sturm!
Halali
Sie ruhen im Schatten,
Im dichten Gehölz
Mädels, sollen wir warten?
Kommt, raus.
Da schau dieser züchtige Hirsch
Ist der nicht auf Pirsch?
Kommt, aus dem Dickicht,
Den machen wir an.
Aufrecht grazil,
Da braucht es nicht viel,
Gerichtet, mit glänzendem Fell,
Schnell, schnell.
Des Hirsches Augen vergrößern sich.
Die Kuh stellt den Hals.
Er hebt das Geweih,
Sie tippelt vorbei.
Nüstern blähen,
Ohren gerichtet,
Nervös pendelt Rute,
Folgt frohen Mutes.
So einfach geht’s nicht,
Lässt ihn zappeln,
Lässt ihn schnauben,
Soll noch warten.
Er drängt,
Sie ziert sich,
Er hofft begierlich,
Sie hofft er ist lieblich.
Sie lächelt,
Er fächelt,
Sie atmet durch,
Er …..
Sie …
Er atmet durch
Sie fächelt,
Er lächelt.
Lieblich,
Einfach,
Frohen Mutes,
Aufrecht, vorbei
Regen
Leicht und stetig klopft der Regen,
Sonne fern am Horizont,
Mancher Liebende der rennt,
Durch den nassen Segen.
Komm doch in mein Reich herein,
Lass Dich nieder, fühl Dich wohl,
Sag, wie geht´s, Du Allerliebster,
Bleibe bis der Regen geht.
Und er blieb doch viele Stunden,
Sie vertrieben sich die Zeit,
Redeten und schwiegen,
Hatten manche Freud.
Mit Bestimmtheit lässt sich sagen,
Es war nicht das letzte Mal,
Dass der Liebende durch Regen,
Zu der Allerliebsten kam.
Das Mädchen und der Alte
Unbeschwert blickte Sie
Auf tausende steinerne Tafeln.
Er fragte:
Wie alt ist dein Freund?
Sie drehte sich,
Erblickte den Alten:
Schau das Alter.
Erkannte getroffen;
Der Krieg frisst Jugend.

Über das Denken
Denken ist manchmal Zögern,
Zögern ist manchmal Vorsicht
Vorsicht ist manchmal Auslassen
Auslassen ist manchmal Versäumen
Versäumen ist manchmal zurückbleiben
Zurückbleiben ist manchmal verlassen werden
Verlassen werden ist manchmal Einsamkeit
Einsamkeit ist …..
Darüber denke ich nun nach -….
